Abschnitt 11 - Verbundene Schicksale & verschwomenne Fakten

Community Entscheidung Abschnitt 10

🔹 Gehe mit den skizzen und vermutungen die du hast zu eldwyn und erzähle ihr von den geschehnissen

Du nimmst all deinen Mut zusammen und greifst nach den Skizzen, nach den Pergamentblättern, die das wirre Chaos deines Geistes widerspiegeln. Dein Herz pocht, während du die Notizen festhältst – wie einen Anker gegen das unaufhörliche Strömen aus Fragen und Ängsten. Jeder Schritt in Eldwyns Richtung fühlt sich schwerer an, als du erwartet hattest. Und doch ist da dieses kleine, hartnäckige Licht der Hoffnung: Vielleicht erkennt sie etwas, das dir entgangen ist.

Du findest sie in der Bibliothek, wie sie lautlos zwischen den hohen Regalen alter Folianten wandelt. Ein Buch ruht in ihren Händen, sein Einband fängt das von der Decke fallende Sonnenlicht ein und bricht es in sanften Reflexen. Als sie dich bemerkt, schaut sie auf. Für einen Herzschlag lang liegt Stille zwischen euch. In ihrem Blick liegt Aufmerksamkeit – vielleicht sogar Verständnis – und in dir regt sich ein leiser Funken Erleichterung.

„Eldwyn…“, beginnst du zögerlich. „Ich… ich glaube, es gibt etwas, das du wissen musst.“

Sie neigt leicht den Kopf, legt das Buch zur Seite und tritt mit vorsichtigem Schritt näher. „Was ist passiert?“ fragt sie leise, ihre Stimme von ehrlicher Sorge getragen.

Ihr Blick fällt auf die Pergamente in deinen Händen, auf deine tintenschwarzen Fingerkuppen. „Du hattest wohl keine besonders ruhige Nacht“, murmelt sie, fast mehr Feststellung als Frage.

In diesem Moment erscheint neben ihr ein weiteres Luxorba. Sein sanftes Leuchten füllt den Raum mit schimmernden Farben, während es in summenden Melodien erklingt – als würde es mit ihr sprechen. Du lauschst dem Klang, beobachtest Eldwyn und hoffst, dass die kommenden Minuten dir Antworten schenken könnten. Eldwyn nickt dem Irrlicht zu, als verstünde sie jedes einzelne seiner Töne, als wären sie Teil einer Sprache, die nur die beiden teilen.

Dann winkt sie dir plötzlich zu. „Komm mit.“
Ihre Stimme duldet keinen Widerspruch. Vermutlich war die Bibliothek nicht der richtige Ort für das, was du ihr zeigen wolltest.

Sie führt dich in einen abgelegenen Teil, schlängelt sich zwischen den hohen, weißen Bücherregalen hindurch, bis ihr eine unscheinbare Wandnische erreicht. Eldwyn beginnt, leise Worte in einer fremden Sprache zu murmeln. Die Luft scheint sich zu verdichten, und plötzlich zeichnet sich eine schmale Öffnung in der Wand ab. Leuchtende Schriftzüge und Symbole flackern darin auf, kaum sichtbar, als wollten sie sich dem Blick entziehen. Eine verborgene Tür schiebt sich nach innen und gibt den Weg in einen abgelegenen Teil der Akademie frei.

Du folgst ihr, doch bevor du eintrittst, verweilt dein Blick auf den Gravuren im Stein. Runen, sanft in das Mauerwerk eingewoben – Schutzzeichen, überlagert von Illusionsmagie. Alles hier war dafür gemacht, verborgen zu bleiben.

Drinnen umfängt euch Dunkelheit. Erst nach und nach gewöhnen sich deine Augen an das spärliche Licht. Du erkennst Eldwyns Umriss, wie sie sich fast geisterhaft durch den Raum bewegt. Mit einer einfachen Geste entzündet sie mehrere Kerzen. Ihr flackernder Schein offenbart ein heruntergekommenes Domizil der Akademie: Staub liegt dick auf Pergamentstapeln, ein alter Holztisch steht schief in der Mitte des Raumes, sein Holz so abgenutzt, dass es beinahe antik wirkt.

„Ich weiß, es ist nicht gerade einladend“, sagt Eldwyn, „aber hier können wir ungestört sprechen. Und uns ansehen, was du mitgebracht hast.“

Du legst die Pergamente auf den Tisch, ordnest die Zeichnungen und Notizen so gut es geht. Doch die chaotische Ordnung deiner Gedanken bleibt sichtbar. Eldwyn beugt sich vor, studiert die Apparatur, die Kristalle, die Zeilen in Tehând. Ihre Stirn legt sich in Falten, während sie einzelne Symbole nachzeichnet, die dir selbst noch immer fremd erscheinen.

„Interessant…“, murmelt sie schließlich. „Diese Apparatur wirkt wie ein Fokusgerät. Ein Kanal, um Magie zu bündeln oder zu verstärken. Und die Kristalle… nein, das hier ist kein Zufall.“
Sie deutet auf die blauen Linien. „Das könnte ein Hinweis auf das Leyliniennetzwerk sein – jenes, das mit dem Drachenkristall unserer Stadt verbunden ist.“

Du schluckst. Ein Kloß schnürt dir die Kehle zu. „Und das schwarze Pergament? Ich… ich weiß nicht, was es bedeutet. Es ist nur… Schwärze.“

Eldwyn richtet sich auf und sieht dich ernst an. „Schwärze bedeutet nicht immer Leere. Manchmal ist sie ein Schleier. Ein Zeichen dafür, dass etwas Verborgenes bald offenbart wird.“ Ihr Blick wird prüfend. „Und da du es gezeichnet hast, liegt die Antwort vermutlich in dir selbst. Vielleicht ist es dein Thal’ithara. Vielleicht ist diese Rolle, in die du gedrängt wurdest, kein Zufall – sondern ein Teil deines Schicksals. Etwas, das dir helfen soll, deine wahre Magie zu erkennen.“

Du nickst langsam. Ein kleines Stück Vertrauen wächst in dir, auch wenn deine Hand noch immer leicht zittert.

Gemeinsam beginnt ihr, Symbole zu vergleichen, deine Beobachtungen mit ihrem Wissen zu verknüpfen. Schließlich tritt Eldwyn zurück, wandert nachdenklich durch den Raum, murmelt unverständliche Worte vor sich hin. Dann bleibt sie stehen und sieht dich mit ernstem Blick an.

„Ich verstehe es nicht…“, gibt sie zu. „Einer meiner Schüler hatte die gleichen Begegnungen. Die gleichen Schmerzen. Die gleichen Visionen.“
Sie atmet scharf aus. „Und doch… mit all dem hier weiß ich immer noch nicht, wonach wir eigentlich suchen.“

„Hast du denn keine Theorien?“ fragst du leise.

Eldwyn stützt sich auf den Tisch. „Vielleicht eine Entität, die beim letzten Blaumond durch das Portal gekommen ist. Etwas, das den Kristall – oder sogar das Leyliniennetzwerk – vergiftet hat. Das die magischen Frequenzen manipuliert, um Botschaften zu senden.“ Sie zögert. „Dann müssten wir uns mit diesem Wesen verbinden. Und Lunaris bitten, den Weg zu bereiten.“

Du runzelst die Stirn. „Das klingt… zu einfach.“

Ein müdes Lächeln huscht über ihr Gesicht. „Ist es auch. Die Theorie hat Lücken.“ Sie seufzt. „Ich habe mit Davin unzählige Meditationsriten durchgeführt. Ich konnte keine Anhaftung spüren. Doch was, wenn all das nur Symptome sind?“

„Symptome?“

„Symptome verzehrender Magie“, antwortet sie leise. „Es wäre nicht das erste Mal, dass die eigene Magie versucht, einen Schüler zu verschlingen.“
Eldwyn fährt sich nachdenklich durch das Haar. „Der Unterschied ist nur: Diese Person hatte nicht dieselben Visionen wie du und Davin. Irgendetwas… irgendetwas übersehe ich.“

Du zögerst einen Moment, dann hebst du den Blick. „Was hat dir das Luxorba verraten?“

Eldwyn schaut überrascht auf, fast ein wenig ertappt. „Flimm?“ Ein schwaches Lächeln huscht über ihr Gesicht. „Ach… es zeigte mir nur Bilder und Eindrücke deiner letzten Nacht. Bruchstücke von Emotionen, nichts Konkretes. Genug, um mich ins Bild zu setzen.“
Sie seufzt leise. „Ich habe es gebeten, ein wenig über dich zu wachen. Für den Fall, dass… etwas geschieht.“

Ein eigenartiges Gefühl breitet sich in dir aus – irgendwo zwischen Dankbarkeit und einem leisen Unbehagen.

„Wo ist Davin jetzt?“ fragst du vorsichtig. „Vielleicht könnten wir uns zusammentun und—“

Eldwyn schüttelt den Kopf, noch bevor du den Satz beenden kannst. „Davin ist fort. Er hat die Akademie vor ein oder zwei Monaten verlassen.“ Ihre Stimme wird schwer. „Auch wenn das… eine gute Idee gewesen wäre.“

“Was hat er dir verraten? Vielleicht kann ich es mit meinen Erfahrungen vergleichen und wir finden eventuell ein fehlendes Puzzlestück?”

Eldwyn lässt einen tiefen, nachdenklichen Seufzer von sich. Sie zögerte einen Moment, bevor sie dich ansah, um deine Frage zu beantworten. “Er hat mir nichts gesagt. Ich weiß nur, dass er ging, weil er dachte, die Akademie hätte damit zu tun, aber das ergibt keinen Sinn…”

Stille senkt sich über den Raum. Das Kerzenlicht flackert, wirft tanzende Schatten an die Wände, und irgendwo in der Ferne hallt ein dumpfer Ton durch die Mauern der Akademie. Dein Blick wandert zurück zu den Pergamenten. Zu dem schwarzen Blatt. Zu dem gezeichneten Portal.

Tief in dir regt sich ein unbestreitbares Gefühl.
Dies ist ein Wendepunkt.


Entscheidungsmoment:

🔹Bleibst du bei Eldwyn und versuchst, mithilfe verbotener Archive und alter Rituale mehr über verzehrende Magie, das Portal und die Visionen herauszufinden?

🔹Suchst du auf eigene Faust nach Davin, in der Hoffnung, dass er Antworten besitzt – oder zumindest Hinweise darauf, was mit euch geschieht?

🔹Konzentrierst du dich auf dein Thal’ithara, gehst deinen Studien nach den vier Pfaden nach, lässt etwasNormalitätt einkehren und findest neueAntwortenn im direktenUnterrichtt oder dem Befragen von Professoren?

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Abschnitt 10 - Das schwarze Pergament